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Mikael Aktor

Mikael Aktor ist von jüdischer Herkunft und Lektor für Religionswissenschaft an der Süddänischen Universität (Syddansk Universitet) und zweiter Vorsitzender von Intact Denmark. 

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Kjeld Koplev

DAS IST REINE FOLTER.
BESCHNEIDUNG IST EIN EINGRIFF IN DAS GESCHLECHTSLEBEN DES JÜDISCHEN MANNES, UND
DIES MUSS UMGEHEND GESTOPPT WERDEN.


Der Unterzeichner Anders Jerichow (AJ) schreibt im Leitartikel in der Politiken vom 15. 7., dass die Familien
mit der Beschneidungvon jüdischen Jungen ihre Liebe weitergeben.
Ich meine, das ist reine Folter! AJ behauptet steif und fest, dass Beschneidung keine Schäden verursacht.
Ich sage, dass die Folter, der ich ausgesetzt wurde, als ein Rabbiner ohne Betäubung, ärztliche Erfahrung
oder Ausbildung, mir die Vorhaut abschnitt, mir Traumata für den Rest meines Lebens zugefügt hat.
Der Rabbiner, der das Messer geführt hat, hat bei mir eine Kastrationsangst ausgelöst, die mich seither
verfolgt.
Ich kann unter keinen Umständen sehen, dass Beschneidung etwas mit Liebe zu tun hat. Eltern, die ihr Kind
lieben, verstümmeln es nicht.
Ein Vater und eine Mutter, die ihren neugeborenen Jungen lieben, fügen ihm keine medizinisch völlig
unnötigen und gewaltigen Schmerzen zu.
Beschneidung ist kein Akt der Liebe. Sie ist eine egoistische Handlung, wo einige Menschen in
missverstandenem Religionseifer einen neugeborenen Jungen misshandeln und stempeln. Nicht weniger
und nicht mehr. Alle anderen Meinungen zu diesem Thema sind nichts als Tarnung.
AJ sollte bedenken, dass alleine die Art und Weise, unter der die Beschneidung stattfindet, von ihrem
barbarischen Ursprung zeugt.
Das Ritual wurzelt in einem primitiven und düsteren Gedankengang, wo sich Männer von der jüdischen
Gemeinde das Recht herausnehmen, einen anderen Menschen zu verstümmeln. Den nicht Eingeweihten
kann ich verraten, dass bei einer Beschneidung zehn Personen zugegen sein müssen. Die Mutter bringt das
Baby herein und sie wird danach wieder aus dem Raum herausgeworfen. Beschneidung ist Männersache.
Der Junge schreit und ist ab jetzt ernsthaft gebrandmarkt. Er ist für den Rest seines Lebens gestempelt.
Der Beschnittene ist für immer und ewig aus der Gesellschaft, die ihn umgibt, aussortiert. Die zehn Männer
haben die Vorhaut des Kindes als Pfand genommen.
Aber dieser Pfand kann niemals eingelöst werden. Künftig wird der beschnittene Junge, jedes Mal wenn er
sich öffentlich ohne Kleidung zeigt – zum Schulschwimmen oder zur Gymnastik z.B. – sein Anderssein
erklären müssen. Und genau dies in einem Alter, in dem das einzige ist, wovon man träumt, genau so zu
sein wie die anderen.
Es ist schwer anders zu sein, und es ist schmerzvoll dies sein zu müssen. Das erste scheue und
schüchterne Zusammensein zwischen Mann und Frau ist niemals leicht und unkompliziert. Und dies wird
bestimmt nicht leichter, wenn der Mann beschnitten ist, und die Frau nicht jüdisch. Etwas anderes sind die
rein physischen Veränderungen, die am Penis eines Jungen vorgenommen werden. Die fehlende Vorhaut
führt dazu, dass man „Hornhaut“ auf der Eichel hat, die jetzt völlig ungeschützt ist.
Dieses macht z. B. Onanie schwierig, und es vermindert auf Lange Sicht gesehen das Lustgefühl beim
Geschlechtsverkehr. Beschneidung ist so gesehen ein Eingriff ins Geschlechtsleben eines jungen Mannes,
durchgeführt von zehn zufälligen Männern im Wohnzimmer an einem Ort in Dänemark. AJ ist der
Auffassung, dass Beschneidung keine physischen und psychischen Probleme verursacht.
Er ist den Lesern schuldig, diese Behauptung zu dokumentieren und wissenschaftlich zu belegen. So weit
mir bekannt ist, ist in den Folgewirkungen der Beschneidung niemals geforscht worden. Da, wo viel geredet
und geschrieben worden ist über die schädliche Wirkung bei der Beschneidung von Frauen, gab es nur
stummes Schweigen, als es um Jungenbeschneidung ging.
Es ist unfassbar, dass er sich auf das Recht beruft, einen anderen Menschen für den Rest seines Lebens zu
stempeln. Aus meiner Sicht gesehen dreht es sich hier um reine Menschenrechtsverletzungen. Und es ist
unter allen Umständen eine klare Kränkung der UN-Kinderrechtskonvention, die u.a. davon handelt, dass
das Kind das Recht am eigenen Körper hat und auch das Recht auf Schutz gegen Gewalt und Übergriffe.
Ich möchte mit der grössten Anständigkeit darum bitten, dass meine Meinung zur Beschneidung von Jungen
nicht als Judenhass ausgelegt werden, wie es AJ in den Leitartikel vom letzten Sonntag getan hat. Mein
Widerstand hat, das liegt in der Natur der Sache, nichts mit Judenhass zu tun.
Man kann auf keinen Fall, wie AJ dies tut, behaupten, dass Widerstand gegen Beschneidung von Jungen
mit der nazistischen Vernichtung der Juden unter dem zweiten Weltkrieg zu tun hat.
Diese Behauptung ist AJ unwürdig. Genauso wenig wie der Widerstand gegen Beschneidung von Mädchen
Ausdruck von Hass gegen Islam ist, so hat Widerstand gegen Beschneidung von Jungen nichts mit
Antisemitismus zu tun.
Weder Juden, Muslime oder Christen können mit gutem Gewissen die verstümmelnden Zerschneidungen
von Mädchen oder Jungen unterstützen.

Es ist eine Unsitte, und es würde den darin verwickelten Parteien stehen, würden sie mit dieser Unsitte
selbst aufhören würden, bevor es das Gesetz vorschreibt.